Adventskreuzfahrt auf Rhein und Donau: Weihnachtsmärkte vom Schiff
Köln, Straßburg, Nürnberg, Wien, Budapest: welche Routen es gibt, wann die Märkte öffnen und was in den Koffer gehört.
Eine Adventskreuzfahrt ist die gemütlichste Art, mehrere Weihnachtsmärkte in kurzer Zeit zu besuchen. Sie packen einmal aus, das Schiff bringt Sie von Stadt zu Stadt, und nach dem Glühwein ist die warme Kabine nur wenige Minuten entfernt. Diese Seite zeigt die typischen Routen, bekannte Märkte, das Wetter im Dezember und was Sie bei der Auswahl beachten sollten.
Die typischen Routen
Adventsreisen sind meist kürzer als Sommerreisen und konzentrieren sich auf Städte mit bekannten Märkten.
| Fluss | Typische Dauer | Städte mit Weihnachtsmarkt |
|---|---|---|
| Rhein | drei bis fünf Nächte | Köln, Düsseldorf, Koblenz, Rüdesheim, Mainz, Straßburg, Basel |
| Mosel und Rhein | vier bis sechs Nächte | Koblenz, Cochem, Bernkastel-Kues, Trier |
| Main und Donau | fünf bis acht Nächte | Frankfurt, Würzburg, Bamberg, Nürnberg, Regensburg |
| Donau | vier bis acht Nächte | Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest |
Längere Reisen kombinieren Main und Donau über den Main-Donau-Kanal und verbinden fränkische Städte mit Wien oder Budapest. Wer wenig Zeit hat, findet auf dem Rhein Kurzreisen über ein verlängertes Wochenende.
Bekannte Märkte entlang der Flüsse
Am Rhein hat Köln mehrere Weihnachtsmärkte, darunter den am Dom und in der Altstadt nahe dem Rheinufer. In Rüdesheim lockt der Weihnachtsmarkt der Nationen in den engen Gassen der Altstadt. Straßburg nennt sich selbst Hauptstadt der Weihnacht und hat einen der ältesten Weihnachtsmärkte in Frankreich, verteilt über die Altstadtinsel. Basel schmückt den Münsterplatz und den Barfüsserplatz.
An Main und Donau ist der Nürnberger Christkindlesmarkt auf dem Hauptmarkt einer der bekanntesten Märkte Deutschlands. In Regensburg ist der romantische Weihnachtsmarkt im Schlosshof von Thurn und Taxis beliebt, Passau feiert rund um den Dom. Würzburg und Bamberg locken mit Altstadtmärkten vor barocker Kulisse.
In Österreich, der Slowakei und Ungarn ist Wien mit vielen Märkten das Ziel vieler Adventsreisen, etwa am Rathausplatz, vor Schloss Schönbrunn oder am Spittelberg. Bratislava hat einen kompakten Markt in der Altstadt. In Budapest gehören die Märkte am Vörösmarty tér und vor der St.-Stephans-Basilika zu den bekanntesten.
Welche Märkte Sie auf einer bestimmten Route erleben, hängt vom Fahrplan ab. Die Details zu Anlegestellen und Routen finden Sie auf den Seiten zum Rhein und zur Donau.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Nicht jede Adventsreise ist gleich gut für Weihnachtsmärkte geeignet. Diese Punkte entscheiden:
- Liegezeiten am Abend: Die Märkte sind nach Einbruch der Dunkelheit am schönsten. Prüfen Sie, in welchen Städten das Schiff abends liegt. Eine Liegezeit nur am Vormittag ist in einer Marktstadt verschenkt.
- Lage der Anleger: In Köln, Koblenz, Rüdesheim, Passau, Wien und Budapest liegen die Anleger meist nah an den Märkten. In Straßburg und Nürnberg liegt das Schiff weiter draußen, dort ist ein Transfer üblich.
- Reisetermin: Ende November und unter der Woche ist es ruhiger. An den Adventswochenenden sind große Märkte sehr voll.
- Öffnungszeiten: Viele Märkte öffnen erst am späten Vormittag und schließen vor Heiligabend. Bei Reisen kurz vor Weihnachten sollten Sie prüfen, ob noch alle Märkte offen sind.
- Bordprogramm: Viele Reedereien gestalten den Advent an Bord mit Dekoration, Gebäck und Musik. Was genau geboten wird, steht in der Reisebeschreibung.
Wetter im Dezember
Rechnen Sie in Mitteleuropa im Dezember mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, tagsüber oft einige Grad darüber, nachts darunter. Regen, Nebel und Schnee sind möglich. Es wird früh dunkel, oft schon am späten Nachmittag. Auf dem Fluss kann Nebel die Fahrt verlangsamen, die Reedereien passen den Fahrplan dann an.
Kälte ist auf dem Schiff kein Problem, wohl aber an Land: Sie stehen auf den Märkten lange auf Kopfsteinpflaster und im Wind. Das Sonnendeck ist im Winter oft nur eingeschränkt nutzbar, und bei niedrigen Brücken wird es zeitweise ganz geschlossen.
Wasserstand auch im Winter beachten
Der Wasserstand spielt auch im Advent eine Rolle. Nach einem trockenen Herbst können Rhein und Donau weiter wenig Wasser führen, während Tauwetter oder starker Regen Hochwasser bringen können. Bei Hochwasser passt das Schiff nicht mehr unter alle Brücken, bei Niedrigwasser kann es nicht voll fahren. Die Reedereien ändern dann den Fahrplan, ersetzen einzelne Etappen durch Busfahrten oder tauschen das Schiff. Mehr zu diesem Risiko steht im Überblick Flusskreuzfahrten.
Ein typischer Reisetag im Advent
Auf vielen Adventsreisen fährt das Schiff nachts oder am Vormittag und erreicht die nächste Stadt am frühen Nachmittag. Dann bleibt Zeit für einen Stadtrundgang bei Tageslicht, eine Kirchenbesichtigung oder einen Museumsbesuch. Wenn es dunkel wird, öffnen die Märkte ihre volle Wirkung: Beleuchtung, Musik und der Duft von Glühwein und Gebäck. Zum Abendessen sind Sie zurück an Bord oder Sie bleiben in der Stadt und essen an den Ständen. Manche Schiffe legen erst spät am Abend ab, sodass Sie nach dem Essen noch einmal auf den Markt gehen können.
Prüfen Sie im Fahrplan, ob die Liegezeit diesen Rhythmus erlaubt. Gerade auf kurzen Reisen mit vielen Städten sind manche Stopps nur wenige Stunden lang. Eine Reise mit weniger Städten, dafür abendlichen Liegezeiten, ist für den Weihnachtsmarktbesuch oft die bessere Wahl.
Advent an Bord: was Sie erwarten können
An Bord gibt es meist weihnachtliche Dekoration, Adventsgebäck zum Kaffee und Musik in der Lounge. Manche Reedereien bieten Lesungen, kleine Konzerte oder Backvorführungen an. Für Heiligabend und Silvester gibt es eigene Reisen mit Festmenü. Was genau geplant ist, steht in der Reisebeschreibung des jeweiligen Termins.
Packliste für die Adventsreise
- Winterjacke, die Regen und Wind abhält
- Mütze, Schal und Handschuhe
- Warme, wasserfeste Schuhe mit gutem Profil für nasses Kopfsteinpflaster
- Lagen statt dicker Pullover: an Bord und in Kirchen ist es warm, draußen kalt
- Thermounterwäsche oder warme Socken für lange Abende auf den Märkten
- Kleiner Rucksack oder Umhängetasche, die Sie vorn tragen können
- Etwas Bargeld in Euro, für Budapest auch Forint oder eine Karte, die im Ausland kostenlos funktioniert
Praktische Tipps für die Märkte
- Taschendiebe: Volle Märkte sind beliebte Reviere. Tragen Sie Geld und Ausweis dicht am Körper.
- Währung: In Deutschland, Österreich, Frankreich und der Slowakei zahlen Sie mit Euro, in der Schweiz mit Franken und in Ungarn mit Forint. Kartenzahlung ist verbreitet, kleine Stände nehmen aber manchmal nur Bargeld.
- Rückkehrzeit: Auch im Advent gilt die Zeit, zu der Sie wieder an Bord sein müssen. Bei Transfers zu weiter entfernten Märkten planen Sie Puffer ein.
- Mitbringsel: Gebäck, Glühwein und Kunsthandwerk sind beliebte Souvenirs, auf vielen Märkten gibt es Glühwein im Pfandbecher, den Sie behalten können. Flüssigkeiten im Rückflug-Handgepäck sind begrenzt, bei Bahnanreise spielt das keine Rolle.
Für wen sich die Adventskreuzfahrt eignet
Die Reise passt zu allen, die Weihnachtsstimmung ohne Hotelwechsel und Parkplatzsuche erleben möchten. Viele Gäste nutzen die kurze Adventsreise auch, um eine Flusskreuzfahrt zum ersten Mal auszuprobieren. Wer Natur und lange Abende auf dem Sonnendeck sucht, reist besser im Frühjahr oder Herbst. Die Saison und die Unterschiede der Flüsse zeigt der Überblick Flusskreuzfahrten.
Fragen und Antworten
Wann finden Adventskreuzfahrten statt?
Die meisten Reisen liegen zwischen Ende November und Mitte bis Ende Dezember, also in der Zeit, in der die Weihnachtsmärkte geöffnet haben. Viele Märkte schließen schon vor Heiligabend, einige bleiben bis kurz nach Weihnachten offen. Prüfen Sie deshalb, ob alle Märkte Ihrer Route zum Reisetermin geöffnet sind.
Welche Route eignet sich für die erste Adventsreise?
Für einen kurzen Einstieg passt der Rhein mit Köln, Koblenz und Rüdesheim, die Anreise ist aus vielen Regionen Deutschlands mit der Bahn möglich. Wer große Hauptstädte erleben möchte, wählt die Donau mit Wien und Budapest. Main und Donau verbinden fränkische Städte wie Würzburg, Bamberg und Nürnberg.
Kann Niedrigwasser auch im Winter Probleme machen?
Ja, wenn auch seltener als im Spätsommer. Nach einem trockenen Herbst können Rhein und Donau auch im Dezember wenig Wasser führen, nach Regen oder Tauwetter ist Hochwasser möglich. Die Reedereien passen dann die Route an oder bringen Gäste per Bus zu den Märkten.
Lohnt sich eine Balkonkabine im Winter?
Weniger als im Sommer. Bei Kälte und früher Dunkelheit nutzen Sie einen Balkon kaum. Eine Kabine mit großem Fenster oder französischem Balkon reicht für den Blick auf das Ufer meist aus. Wichtiger ist eine ruhige Lage, wenn das Schiff nachts fährt.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.