Norwegen und Nordeuropa per Schiff: Fjorde, Nordkap, Island
Fjorde, Nordkap und Island: wann Mitternachtssonne und Polarlicht locken und welche Routen ab Deutschland starten.
Norwegen ist das Kreuzfahrtziel für alle, die vom Schiff aus Landschaft erleben wollen. Steile Felswände, Wasserfälle und kleine Orte am Ende langer Fjorde lassen sich kaum besser erreichen als auf dem Wasserweg. Dazu kommt ein großer Vorteil für Reisende aus Deutschland: Die meisten Norwegen-Kreuzfahrten starten direkt in Kiel, Hamburg oder Warnemünde. Ein Flug ist nicht nötig.
Die Fjorde: das Herz jeder Norwegen-Reise
Die klassische Fjordreise dauert sieben bis zehn Nächte und führt an die Westküste. Häufig dabei sind:
- Bergen, die Hansestadt mit dem Bryggen-Viertel, das zum UNESCO-Welterbe gehört.
- Geiranger am Ende des Geirangerfjords, umgeben von Wasserfällen wie den Sieben Schwestern. Der Fjord ist ebenfalls Welterbe.
- Flåm am Aurlandsfjord, einem Arm des Sognefjords, Ausgangspunkt der bekannten Flåmsbahn.
- Ålesund mit seiner Jugendstil-Altstadt.
- Stavanger als Ausgangspunkt zum Preikestolen am Lysefjord.
- Olden oder Hellesylt für Ausflüge zu Gletschern und Seen.
Die Einfahrt in einen Fjord gehört zu den Höhepunkten jeder Reise. Planen Sie dafür Zeit an Deck ein, auch wenn sie früh am Morgen stattfindet. In einigen Fjordorten ankert das Schiff und bringt die Gäste per Tenderboot an Land. Für große Schiffe gelten in den Welterbe-Fjorden zudem zunehmend strengere Umweltauflagen, was sich auf die Routen einzelner Reedereien auswirken kann.
Das Nordkap und die Mitternachtssonne
Längere Reisen von zwölf bis fünfzehn Nächten führen über die Lofoten und Tromsø bis zum Nordkap bei Honningsvåg. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Hochsommer nicht unter. Am Nordkap ist die Mitternachtssonne etwa von Mitte Mai bis Ende Juli zu sehen, vorausgesetzt, die Wolken spielen mit. Auf vielen Nordkap-Reisen liegt das Schiff deshalb am Abend in Honningsvåg, damit Sie das Plateau um Mitternacht erleben können.
Polarlicht: Norwegen im Winter
Von etwa September bis März ist Nordnorwegen lange dunkel, und mit klarem Himmel und etwas Glück zeigt sich das Polarlicht. Große Kreuzfahrtschiffe fahren im Winter seltener nach Norwegen, einige Reedereien bieten aber eigene Polarlicht-Reisen an. Die meisten Reisenden erleben den Winter jedoch auf den Postschiffen, die ganzjährig verkehren. Eine Garantie für Polarlicht gibt es nicht: Es hängt von der Sonnenaktivität und vor allem vom Wetter ab.
Die Postschiffroute Bergen und Kirkenes
Seit über hundert Jahren verbinden Schiffe die Orte entlang der norwegischen Küste. Heute fahren Hurtigruten und Havila die Strecke zwischen Bergen und Kirkenes nahe der russischen Grenze. Die vollständige Rundreise dauert rund zwölf Tage und führt an rund drei Dutzend Häfen vorbei. Viele davon sind nur kurze Stopps, manche liegen mitten in der Nacht. Sie können auch nur eine Richtung oder eine Teilstrecke buchen.
Der Reiz liegt in der Nähe zum Alltag an der Küste: Frachtpaletten werden verladen, Einheimische steigen zu, das Schiff schlängelt sich durch Sunde, in die große Kreuzfahrtschiffe nicht hineinpassen. Wer abends Shows und große Pools erwartet, ist auf einem klassischen Kreuzfahrtschiff besser aufgehoben.
Nordeuropa: Island, Spitzbergen, Großbritannien
Viele Reedereien kombinieren Norwegen mit weiteren Zielen im Norden:
| Ziel | Typische Reisedauer | Besonderheit |
|---|---|---|
| Island | zwei Wochen und mehr | Vulkanlandschaft, Geysire, mehrere Seetage auf dem Atlantik |
| Spitzbergen | meist zwei Wochen und mehr | arktische Landschaft, nur im Sommer |
| Färöer und Shetland | als Teil längerer Routen | kleine Häfen, wechselhaftes Wetter |
| Großbritannien und Irland | ein bis zwei Wochen | Städte wie Edinburgh, Dublin und Belfast |
Für Großbritannien brauchen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass und eine elektronische Einreisegenehmigung. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben vor der Buchung beim Auswärtigen Amt.
Starthäfen und Anreise
| Hafen | Lage | Typische Routen |
|---|---|---|
| Kiel | Ostseeküste, mehrere Terminals in der Innenstadt | Norwegen, Ostsee |
| Hamburg | Elbe, mehrere Terminals | Norwegen, Großbritannien, Nordkap |
| Warnemünde (Rostock) | Ostseeküste, Terminal am Bahnhof | Norwegen, Ostsee |
| Bergen | Westnorwegen | Postschiff, Fjordreisen |
Von Hamburg aus ist die Fahrt elbabwärts selbst schon ein Erlebnis, aus Kiel geht es zunächst durch die Ostsee und das Skagerrak. Beide Varianten kosten auf dem Weg nach Norwegen in der Regel einen Seetag.
Wetter und Kleidung
Auch im Sommer kann es in Norwegen kühl, windig und regnerisch sein, besonders an Deck und weiter im Norden. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip: Funktionsshirt, Fleece, wind- und wasserdichte Jacke, dazu feste Schuhe für Wanderungen und eine Mütze für das Nordkap. Für Ausflüge zum Preikestolen oder auf Gletscher brauchen Sie Wanderschuhe mit Profil.
Für wen sich Norwegen eignet
Eine Norwegen-Kreuzfahrt ist ideal für Naturliebhaber, Fotografen und alle, die nicht fliegen möchten. Die Landschaft ist auch vom Schiff aus eindrucksvoll, viele Erlebnisse finden an Deck statt. Wer gern wandert, kann an Land auf eigene Faust losgehen. Weniger geeignet ist Norwegen für Reisende, die vor allem Wärme und Badetage suchen, und für Familien, die Strandurlaub erwarten. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte bedenken, dass die Nordsee auf dem Weg nach Norwegen rau sein kann. In den Fjorden selbst ist das Wasser dagegen meist ruhig.
Welche Reedereien Norwegen befahren
Im Sommer sind AIDA, TUI Cruises, MSC und Costa mit großen Schiffen ab Deutschland unterwegs. Phoenix Reisen und Hapag-Lloyd Cruises bieten Reisen mit kleineren Schiffen an, die auch engere Fjorde erreichen. Die Postschiffroute befahren Hurtigruten und Havila ganzjährig. Wie sich die Reedereien unterscheiden, zeigt der Reedereien-Vergleich.
Wer lieber Städte als Fjorde sehen will, findet auf der Ostsee die passende Alternative ab denselben Häfen. Die Übersicht aller Gebiete steht unter Kreuzfahrtgebiete.
Ratgeber zu Norwegen und Nordeuropa
- Beste Reisezeit Norwegen
Fjorde im Juni, Nordkap im Juli, Polarlicht im Februar: welcher Monat zu welchem Reiseziel in Norwegen passt.
- Postschiffroute
Rund drei Dutzend Häfen zwischen Bergen und Kirkenes: wie die Küstenroute abläuft, welche Richtung sich lohnt und wann Sie fahren sollten.
- Kreuzfahrt ab Hamburg
Altona, Steinwerder oder HafenCity: welches Terminal Sie erwartet, wie Sie hinkommen und wohin die Reise ab Hamburg geht.
Fragen und Antworten
Wann ist die beste Reisezeit für eine Norwegen-Kreuzfahrt?
Für die Fjorde Juni, Juli und August: lange Tage, grüne Hänge, Wasserfälle mit viel Schmelzwasser. Mai und September sind ruhiger und können ebenfalls schön sein, das Wetter ist dann wechselhafter. Für Polarlicht eignen sich die dunklen Monate zwischen etwa September und März.
Brauche ich für Norwegen einen Reisepass?
Norwegen gehört zum Schengen-Raum, deutschen Staatsangehörigen genügt für die Einreise ein gültiger Personalausweis. Läuft die Reise zusätzlich Großbritannien an, gelten dort strengere Regeln mit Reisepass und elektronischer Einreisegenehmigung. Maßgeblich sind die Hinweise des Auswärtigen Amts und Ihrer Reederei.
Wie unterscheidet sich das Postschiff von einer normalen Kreuzfahrt?
Die Postschiffe fahren als Linienverkehr täglich die Küste zwischen Bergen und Kirkenes ab und legen in vielen kleinen Orten an, oft nur kurz und auch nachts. Sie transportieren neben Reisenden auch Fracht und Einheimische. Das Bordprogramm ist schlichter, dafür sehen Sie Teile der Küste, die große Kreuzfahrtschiffe nicht anfahren.
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- Ostsee
Kopenhagen, Stockholm, Tallinn: die Hauptstädte des Nordens im Wochentakt, mit Start in Kiel oder Warnemünde.
- Reedereien
Welche Reederei passt zu wem? Bordsprache, Atmosphäre, Zielgruppe und Preissegment neutral eingeordnet.
- Kreuzfahrt planen
Die Checkliste in acht Schritten: Gebiet, Reederei, Kabine, Nebenkosten, Versicherung, Dokumente, Anreise, Landgang.
Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.