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Mittelmeer-Kreuzfahrt: Östliche und westliche Routen im Überblick

Westliches oder östliches Mittelmeer? Häfen, Reisezeit, typische Routen und worauf Sie beim Landgang achten sollten.

Reisender blickt von einer Küstenklippe auf Felseninseln im Mittelmeer

Das Mittelmeer ist das meistbefahrene Kreuzfahrtgebiet Europas, und das hat gute Gründe: kurze Anreise, viele Häfen auf engem Raum, ein mildes Klima von Frühjahr bis Herbst und Städte, die zu den bekanntesten der Welt gehören. Fast jede große Reederei hat das Mittelmeer im Programm. Die erste Entscheidung lautet deshalb nicht, ob Mittelmeer, sondern welches: das westliche oder das östliche.

Westliches Mittelmeer: Städte und kurze Wege

Die klassische Westroute verbindet Spanien, Südfrankreich und Italien. Häufig dabei sind Barcelona, Palma de Mallorca, Marseille, Genua oder Savona, La Spezia, Livorno, Civitavecchia und Neapel. Viele Reisen dauern sieben Nächte und kommen mit einem oder gar keinem Seetag aus, weil die Häfen nur eine Nacht Fahrt auseinanderliegen.

Für wen sich die Westroute eignet:

  • Städtereisende: Barcelona, Rom, Florenz und Neapel liegen auf derselben Woche.
  • Erstreisende: kurze Flüge, bekannte Ziele, kaum Tenderhäfen.
  • Familien: Reisen in den Ferien, viele Häfen mit Strand in Reichweite.

Beachten sollten Sie die Entfernungen zwischen Hafen und Sehenswürdigkeit. Von Civitavecchia nach Rom fahren Sie je nach Verkehr deutlich über eine Stunde, von Livorno nach Florenz ebenso. La Spezia ist das Tor zu den Cinque Terre, Savona und Genua sind Ausgangspunkte für die ligurische Küste. Wer solche Ziele auf eigene Faust besucht, sollte Rückfahrzeiten großzügig planen: Das Schiff wartet nicht.

Östliches Mittelmeer: Inseln, Antike und Adria

Die Ostroute führt an die Adria, nach Griechenland und oft in die Türkei. Typische Häfen sind Triest oder Ravenna als Ersatz für Venedig, Kotor in Montenegro, Dubrovnik und Split in Kroatien, Korfu, Katakolon für Olympia, Piräus für Athen, die Kykladen mit Mykonos und Santorini sowie Kuşadası für Ephesus. Manche Reisen beginnen oder enden in Piräus oder Istanbul.

Für wen sich die Ostroute eignet:

  • Kulturinteressierte: Akropolis, Olympia und Ephesus an einer Reise.
  • Inselfans: Die griechischen Inseln sind vom Schiff aus besonders gut erreichbar.
  • Herbstreisende: Im Osten bleibt es bis in den Oktober meist warm genug zum Baden.

Auf der Ostroute gibt es mehr Tenderhäfen. Dort ankert das Schiff vor der Küste und bringt die Gäste mit Beibooten an Land, Santorini ist das bekannteste Beispiel. Das kostet Zeit, und bei starkem Wind kann der Landgang ausfallen. Wer mit eingeschränkter Mobilität reist, sollte das bei der Routenwahl berücksichtigen.

Westen oder Osten: die Unterschiede auf einen Blick

Kriterium Westliches Mittelmeer Östliches Mittelmeer
Schwerpunkt Großstädte, Kunst, Küstenorte Antike Stätten, Inseln, Adria
Typische Häfen Barcelona, Palma, Marseille, Civitavecchia, Neapel Kotor, Dubrovnik, Piräus, Mykonos, Santorini
Seetage wenige je nach Route einige mehr
Tenderhäfen selten häufiger, zum Beispiel Santorini
Wassertemperatur im Herbst etwas kühler meist wärmer
Dokumente meist nur EU-Länder teils Länder außerhalb der EU

Reisezeit und Klima

Die Hauptsaison im Mittelmeer reicht von April bis Oktober. Mai, Juni und September gelten als die angenehmsten Monate: warme Tage, erträgliche Temperaturen bei Besichtigungen, weniger Andrang als im Hochsommer. Im Juli und August wird es in Städten wie Rom, Athen oder Dubrovnik sehr heiß, und die Altstädte sind voll, wenn mehrere Schiffe gleichzeitig anlegen. Im Winter bleiben einige Schiffe im westlichen Mittelmeer. Diese Reisen sind ruhiger und oft günstiger, Badewetter dürfen Sie aber nicht erwarten.

Häfen und Landgang: was Sie wissen sollten

Viele Mittelmeerhäfen sind Industrie- oder Fährhäfen. Zwischen Liegeplatz und Altstadt verkehren dann Shuttlebusse, die je nach Hafen kostenlos oder kostenpflichtig sind. Gut zu Fuß erreichbar sind zum Beispiel Valletta und Kotor, wo das Schiff fast vor der Altstadt liegt. In Palma und Dubrovnik fahren Shuttles oder Linienbusse ins Zentrum.

Drei Regeln für entspannte Landgänge:

  1. Zurück-an-Bord-Zeit ernst nehmen. Sie liegt meist eine halbe Stunde vor dem Ablegen. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, trägt das Risiko selbst.
  2. Weite Ziele vorab planen. Rom, Florenz und Athen sind auf eigene Faust machbar, verlangen aber gute Vorbereitung und einen Puffer für Verkehr und Bahnverspätungen.
  3. Sehenswürdigkeiten reservieren. Für viele Museen, etwa in Rom oder Florenz, lohnt eine Zeitfenster-Reservierung, wenn Sie Wartezeiten vermeiden wollen.

Für wen sich das Mittelmeer eignet

Das Mittelmeer ist der Allrounder unter den Kreuzfahrtgebieten. Erstreisende finden kurze Anreisen und bekannte Ziele, Familien Reisen in den Ferien mit Strand in der Nähe vieler Häfen, Kulturinteressierte eine Dichte an Sehenswürdigkeiten, die kaum ein anderes Gebiet bietet. Weniger geeignet ist das Mittelmeer im Hochsommer für Menschen, die Hitze schlecht vertragen: Dann sind Reisen im Mai oder September die bessere Wahl. Wer Natur und Ruhe sucht, findet sie eher in Norwegen.

Welche Reedereien das Mittelmeer befahren

Praktisch alle großen Reedereien sind im Mittelmeer präsent. Deutschsprachige Reisen bieten vor allem AIDA, TUI Cruises und Phoenix Reisen an. MSC und Costa haben ihren Ursprung in der Region und viele Schiffe ganzjährig im westlichen Mittelmeer, mit mehrsprachigem Bordprogramm. Amerikanische Reedereien wie Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und Celebrity schicken im Sommer große Teile ihrer Flotte ins Mittelmeer, an Bord wird dann überwiegend Englisch gesprochen. Kleine Luxus- und Expeditionsschiffe laufen zusätzlich Häfen an, die für große Schiffe zu eng sind.

Wie sich die Reedereien in Atmosphäre, Bordsprache und Preissegment unterscheiden, zeigt der Reedereien-Vergleich. Wer im Winter Sonne sucht und dennoch in Europa bleiben möchte, findet auf den Kanaren die bessere Alternative zum Mittelmeer. Alle Gebiete im Vergleich finden Sie unter Kreuzfahrtgebiete.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wann ist die beste Reisezeit für eine Mittelmeer-Kreuzfahrt?

Mai, Juni und September gelten als ideal: warm, aber nicht drückend heiß, und die Häfen sind weniger voll als im Hochsommer. Im Juli und August wird es in vielen Städten sehr heiß. Im Winter fahren weniger Schiffe, die Reisen sind ruhiger und oft günstiger, Baden ist dann aber kaum möglich.

Brauche ich für eine Mittelmeer-Kreuzfahrt einen Reisepass?

Für Häfen in Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland und Kroatien genügt deutschen Staatsangehörigen der Personalausweis. Sobald die Route Länder außerhalb der EU berührt, etwa die Türkei, Montenegro, Tunesien oder Ägypten, gelten eigene Regeln. Prüfen Sie die Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt und die Vorgaben Ihrer Reederei.

Kann ich in Venedig noch mit dem Kreuzfahrtschiff anlegen?

Große Kreuzfahrtschiffe dürfen seit 2021 nicht mehr durch den Giudecca-Kanal und am Markusplatz vorbei fahren. Viele Reedereien weichen deshalb auf Häfen wie Triest oder Ravenna aus und bieten Venedig als Ausflug an. Kleinere Schiffe haben teils andere Möglichkeiten. Was für Ihre Reise gilt, steht im Routenplan.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.